Di 29.09.
14:45
Kino
Arsenal
zu dem KalenderPanelteilnehmer*innen: Jihan El-Tahri, Laliv Melamed, Elizabeth Ramírez-Soto, Marc Siegel, Moderation: Vinzenz Hediger
Eine der Herausforderungen des gegenwärtigen Archivsituation besteht in der Schaffung von Kollektiven und Netzwerken jenseits restriktiver Vorstellungen von Staatsbürgerschaft und jenseits der Dynamiken in sich geschlossener (was oft heißt: selbstbezogener) Institutionen. Wie schaffen und erhalten wir solche Beziehungen und Kooperationen, um Archive zu retten, ihre Inhalte zugänglich zu machen und ihre epistemischen und affektiven Potenziale nutzbar zu machen? Freundschaften erleichtern Kooperation, doch der gegenwärtige Moment erfordert inklusivere Kollektivitäten. Die Wiederaufnahme und Neubetrachtung des Solidaritätsbegriffs, der bei der Entstehung von Archiven wie der Sammlung des Arsenal eine wichtige Rolle spielte, eröffnet einen Weg zur (Wieder-)Erschaffung dessen, was man Freundschaftsnetzwerke im großen Maßstab nennen könnte.
Jihan El-Tahri ist eine preisgekrönte Filmproduzentin/Regisseurin, bildende Künstlerin und Autorin. Seit 2017 ist sie Mitglied der Academy (Oscars) und hat mehr als 15 Filme inszeniert, überwiegend archivbasierte Arbeiten. Ihre Ausstellungen bildender Kunst waren in renommierten Museen und auf Biennalen auf der ganzen Welt zu sehen. Zu ihren schriftstellerischen Arbeiten zählen zahlreiche Essays in bedeutenden Publikationen, und sie hat Bücher bei Penguin und Grasset veröffentlicht. Sie ist als Mentorin in verschiedenen Film- und Kunstlabors tätig. El-Tahri ist Mitglied verschiedener Gremien, darunter IDA, PFI, FEPACI und The Guild of Filmmakers in the Diaspora.
Elizabeth Ramírez-Soto ist Associate Professor für Film and Media Studies an der School of the Arts der Columbia University. Ihre Forschungsschwerpunkte sind feministische Filmgeschichte, transnationale Film- und Medienpraktiken, Dokumentarfilm und Archivpolitik. Sie interessiert sich für die Zusammenhänge zwischen staatlicher Gewalt, Zwangsmigration und transnationalen Produktionsweisen, mit einem Schwerpunkt auf Lateinamerika. Als Filmkuratorin hat sie mehrere Filmvorführungen mit Bezug zu ihrer wissenschaftlichen Arbeit organisiert.
Marc Siegel ist Professor für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt konzentriert sich auf anti-palästinensischen Rassismus. Er ist Herausgeber des zweisprachigen Buches What’s Underground About Marshmallows? Texte by and about Jack Smith (Alexander Verlag, 2026) und Mitherausgeber von Serge Daney and Queer Cinephilia (meson press, 2024). Er ist Mitglied des in Berlin ansässigen Künstlerkollektivs CHEAP und des Vereins palästinensischer und jüdischer Akademiker*innen im deutschsprachigen Raum (PJA).
Laliv Melamed (Professorin für digitale Filmkultur an der Goethe-Universität Frankfurt)
Moderation: Vinzenz Hediger (Leiter der Cinémathèque Suisse, Lausanne)
Gefördert durch:

